Thermen in der Toskana: THERME MIT AUSSICHT

Fonteverde. Schon die Medici wussten, wo die Toskana am schönsten ist. Heute treffen sich in den Thermen von Fonteverde am Rande von San Casciano dei Bagni die Reichen und Schönen.

Saturnia ist das Rimini unter den Thermalbädern, in San Filippo baden die Individualisten, und hier, in Fonteverde, sind die Schönen und Reichen unter sich. Fonteverde, gilt als Thermalbad der Luxuskategorie.San Casciano dei Bagni dagegen ist ein Ort, wie man ihn von alten Postkarten her kennt: mit mittelalterlichen Mauern, engen Gassen und Blumenkästen auf jedem Fensterbrett. Er liegt auf halbem Weg zwischen Rom und Florenz im äußersten Süden der Toskana und ist weit genug vom Meer entfernt, um den Touristenströmen an der Küste zu entgehen. Hier kommt niemand zufällig vorbei.

Die Thermen haben dieses Nest berühmt gemacht. So berühmt, dass San Casciano eine eigene Ausfahrt auf der Autostrada del Sole hat. In der Antike führte hier die Via Cassia vorbei. Schon die alten Römer trafen sich zum ausgiebigen Thermen in den damals noch natürlichen Becken rund um die 42 Quellen, aus denen bis heute täglich gut 5.500.000 Liter heißes Thermalwasser an die Erdoberfläche sprudeln. Eine Menge, die San Casciano Platz Nummer drei in der Rangordnung der europäischen Thermalbäder sichert – nur im französischen Aix-les-Bains und im tschechischen Karlsbad fließt noch mehr.

Die Thermen von Fonteverde

Lange bevor seine Landsleute den Spa- und Wellness-Trend zur Kenntnis nahmen, hatte Gualtieri begonnen, die natürlichen Ressourcen der antiken Thermalbäder mit den Anforderungen einer potenziellen neuen Zielgruppe zu vermählen. Er gründete die STB (Società delle Terme e del Benessere) und machte aus altmodischen Kurbädern wie Grotta Giusti und Bagni di Pisa, beide im Norden der Toskana und unweit von Lucca, Pisa und Florenz gelegen, zeitgeistorientierte Thermen, die nach wie vor auf die therapeutische Wirkung der Thermalquellen setzen, aber neben Fango, Hydromassage und Inhalationstherapie auch Yoga, Anti-Aging und Aqua-Gym anbieten.

Den Anfang machte Saturnia, das bis heute wohl bekannteste Spa der Toskana. Bis vor 20 Jahren schlummerten der aquamarinfarbene Mineralquellsee mit seinem heißen, schwefelhaltigen Thermalwasser und das dazugehörende kleine Hotel mit vorsintflutlicher Kuranlage im tiefsten Dornröschenschlaf. Leandro Gualtieri kaufte 1984 den hoch verschuldeten Besitz und machte ihn mit Aqua-Relax, Hot-Stone-Therapie und LipoSlim zu einem exklusiven Resort und zum Mekka des internationalen Geldadels. Er ließ eine eigene Pflegeserie produzieren und schuf die Marke Saturnia, die für die Kombination aus Wellness, Thermen und der wunderschönen Landschaft der Maremma steht.

„Wenn Sie wie ich in Florenz wohnen und an einem kühlen Novembertag nur ein Stückchen in Richtung Süden fahren müssen, um eine ins Licht getauchte Landschaft zu finden und Menschen, die im Badeanzug in der Sonne liegen, dann wissen Sie, dass dieser Ort eine besondere Magie hat“, sagt Gualtieri. Wobei diese Magie nicht einmal von der Sonne abhängig ist. Gerade im Winter, wenn von den Außenbecken feine Nebelschwaden aufsteigen, wenn die Luft kalt und das Wasser wohlig warm ist, wenn die Landschaft karg und öde wirkt und das gesamte Szenario aus einem Tarkowski-Film zu stammen scheint, ist Fonteverde ein Ort mit großer Suggestivkraft. Viel lieber als im Sommer kommen nun die Einheimischen vorbei, um in den öffentlich zugänglichen Wannen ihre von der Landarbeit geschundenen Glieder zu pflegen, und die Schönen und Reichen auf der Suche nach Entspannung und Reinheit.

Als er die Anlage vor fünf Jahren übernommen habe, erinnert sich Gualtieri, gab es hier einen halb fertigen Pool und ein winziges Gebäude, in dem die klassischen Thermalkuren, also Fango und Inhalationstherapie, angeboten wurden. Insgesamt waren 13 Angestellte beschäftigt. Heute arbeiten in Hotel und Spa gut 140 Personen „Wir gehören zu den führenden Hotels der Welt und bedienen einen internationalen Markt und eine anspruchsvolle Kundschaft.“ Das Gebäude wurde dem Stil einer Medici-Residenz angeglichen, die Außenbecken sind so angelegt, dass badendes Volk und Hotelgäste sich gegenseitig nicht stören. Die Behandlungskabinen sind elegant und komfortabel, meilenweit entfernt von den muffigen Kabuffs, in denen sich früher an Rheuma oder Arthritis leidende Patienten mit dunklem Schlamm beschmieren ließen, um wieder gesund zu werden.

Der Pluspunkt eines Thermalbads ist natürlich das Thermalwasser, das reich an Schwefel, Kalzium, Fluor und Magnesium, 40 Grad warm an die Erdoberfläche gurgelt und nachweislich heilend auf diverse Zipperlein wirkt. Früher war das gut genug, inzwischen ist in fast allen toskanischen Thermalbädern ein Trend zu erkennen, der ganz klar auf dem Gualtieri-Erfolgsrezept basiert: Auch in anderen Kurorten stellt man sich auf eine junge und weltgewandte Klientel ein, und es geht nicht mehr nur darum, Menschen zu pflegen, die an einer Krankheit leiden, sondern auch, wenn nicht vor allem, darum, Menschen zu verwöhnen, die an keiner Krankheit leiden. Agostino hat dafür ein sicheres Händchen. Und er ist nicht alleine.

Quelle: Wirtschaftswoche

Weitere Infos:

Fonteverde
53040 San Casciano Dei Bagni
localita‘ Terme 1 – Italia

TEL +39 0578 57241
FAX +39 0578 572200

E-mail: info@fonteverdespa.com
Internet: www.fonteverdespa.com

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